Teil 2

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von KARMA und das schöne Leben

Die Ursachen von Glück und Leid

Bleiben wir beim obigen Beispiel der sprachlichen Handlung: ich halte einen Vortrag. Diese Handlung ist abgeschlossen – siehe Teil 1– und liegt nun in meinem Bewusstsein als sog. karmischer Eindruck. Nehmen wir an, meine Motivation war heilsam und meine Geisteshaltung war echte Freude. So hat diese Handlung einen positiven Eindruck in meinem Bewusstsein hinterlassen. Und wir wissen bereits: Glück und Leid sind keine Zufallsprodukte, ganz im Gegenteil: Heilsames bewirkt Glück, Unheilsames bringt Leiden hervor.

Der karmische Eindruck selbst ist die substantielle Ursache, die als Frucht geistiges Glück bzw. glückliche Umstände hervorbringt. Die mitwirkenden Bedingungen, die den Reifeprozess in Gang setzen, sind meine Emotionen und Geisteszustände.

Die geistige Verfassung spielt also eine wichtige Rolle beim Heranreifen von Karma. Positive Geisteshaltungen, wie Freude, Vertrauen, Mitgefühl usw. sind der Dünger für positives Karma, negative Emotionen befeuern negatives Karma. Das ist – einfach dargestellt – das Prinzip von Karma, von Ursache und Wirkung.

Aus buddhistischer Sicht sind unsere Lebensumstände, unser Körper, unser geistiges Erleben von Glück und Leiden, ob wir reich oder arm, gesund oder krank sind usw. Früchte vergangener Handlungen, also Karmas, die gereift sind. Dieses Heranreifen und die Verbindung von Ursache und Wirkung sind nicht eindimensional, sondern sehr komplex und für gewöhnliche Menschen nicht entschlüsselbar. Das allgemeine Prinzip jedoch ist einfach verständlich und logisch nachvollziehbar.

Prinzip Verantwortung

Wollen wir kein Leiden erleben, so müssen wir Ursachen schaffen, die positive Lebensumstände, Glück und Freude vermehren. Zunächst geht’s darum zu lernen, uns selbst und anderen keinen Schaden zuzufügen. Als nächstes können wir dann beginnen, uns selbst und anderen Gutes zu tun. 

Das ist leicht geschrieben, aber sicherlich nicht einfach umzusetzen. Denn wir haben ja starke Gewohnheiten und tief sitzende Verhaltensmuster, die wir nicht einfach mit einem Fingerschnipser aufgeben können. Außerdem wirken – aus buddhistischer Sicht – in diesem Leben auch Tendenzen und Eindrücke aus früheren Leben. 

Und überhaupt: Das Wichtigste und aller Übung Anfang ist die Einsicht und die Überzeugung, selbst für das eigene Glück und Leiden verantwortlich und vor allem handlungsfähig zu sein. Das ist die Voraussetzung und meines Erachtens auch der schwierigste Teil. Denn die meisten von uns tendieren dazu, sich als Opfer der Lebensumstände, der Erziehung, der Firmenchefs usw. zu sehen. Gerne geben wir anderen die Schuld für unser Elend.

Doch Veränderung ist möglich. Auch wenn das Ziel noch so weit entfernt ist: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und dieser erste Schritt ist Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist der Schlüssel

Wir haben gesehen, dass unsere Handlungen Eindrücke im Bewusstsein hinterlassen und dass diese maßgeblich unsere Lebensqualität bestimmen. Daher gilt es, uns unsere Ansichten, unsere Gedanken, unsere Rede und unsere körperlichen Handlungen bewusst zu machen.

Wenn wir uns von den Reiz-Reaktions-Mustern verabschieden wollen, müssen wir unsere Achtsamkeit trainieren! So können wir [mit der Zeit] unser Verhalten bewusst wählen, unser Leben in die Hand nehmen und aktiv gestalten. 

Achtsamkeit trainierst du durch Meditation. Und zwar durch Shamata-Meditation. Das ist eine stille Form der Meditation, wo es eine lange und noch immer lebendige Tradition gibt. Und vor allem ist für diese Meditationsform auch eine fundierte und systematische Trainingsanleitung verfügbar.

Ist alles vorbestimmt oder können wir frei entscheiden?

Du siehst schon, Karma ist ein weites Feld und es können daraus viele daran anschließende Fragen entstehen, wie etwa: Gibt es dann überhaupt einen freien Willen? Oder, wenn Karmas unser Erleben prägen, ist dann eh alles vorbestimmt?

Wir werden leicht dazu verleitet, unser Leben dem Schicksal zu überlassen. Aber so einfach sollten wir es uns nicht machen. Tatsächlich ist es nach dem Karmagesetz so, dass es schwierig bzw. nicht möglich ist, das Heranreifen karmischer Früchte vorherzusagen.

Dennoch können wir durch die Praxis der Meditation und Achtsamkeit lernen, unseren emotionalen und rationalen Umgang mit unseren angenehmen und unangenehmen Erfahrungen trainieren. Zum Beispiel können wir das Herannahen von Wut und Eifersucht erkennen, bevor sie uns überwältigen. Und wir können Wege üben, die uns nicht fortschwemmen oder blind machen und uns Dinge tun lassen, die wir später bereuen.

Je achtsamer und bewusster wir leben, desto größer ist unsere Entscheidungsfreiheit und desto stärker können wir unsere Zukunft bestimmen.

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