ACHTSAM ESSEN ist eine Praxis, die immer beliebter wird. Sie hilft uns, bewusster zu essen und unseren Körper besser wahrzunehmen. Außerdem lernen wir auf spielerische Weise unsere Essgewohnheiten besser kennen und haben dabei so manche Aha-Erlebnisse 🙂 Oft essen wir auch, um emotionale Bedürfnisse zu stillen und gar nicht so sehr, weil wir hungrig nach fester Nahrung sind.

Ich habe die Kunst des achtsamen Essens vor über 20 Jahren in Plum Village kennengelernt. Dabei ging es gar nicht speziell ums achtsame Essen. In Plum Village geht es vielmehr darum, in der Gemeinschaft die Achtsamkeit im Alltäglichen zu üben. Nur wenn wir präsent sind, wenn wir ganz gegenwärtig sind, dann berühren wir das Leben. Und wenn wir das Leben berühren, dann sind wir auch in unserem Körper zuhause und wissen, wie es uns wirklich geht.

Achtsam essen ist Liebe in Aktion

In der achtsamen Präsenz erkennen wir auch die Qualität der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Was nährt uns, was lässt uns wachsen und erblühen?

Nahrung ist nicht nur festes Essen. Nahrung sind auch Gedanken, Gespräche, Filme, Bücher usw. All dies kann uns nähren und stärken, aber auch schwächen und manchmal sogar vergiften. Durch die Übung des achtsamen Essens erkennen wir immer deutlicher, welche Nahrung wir wirklich brauchen. Achtsam essen ist ein Akt der Liebe uns selbst gegenüber. Wenn wir gut auf uns selber schauen, fällt es uns auch leichter, für andere da zu sein.

Die Übung

Meine Empfehlung: Mach‘ ein Projekt draus und beginne zunächst mit dem ersten Tipp. Übe diesen 3-5 Tage lang und starte erst dann mit der zweiten Übung. Praktiziere nun Tipp Nr. 1 und Tipp Nr. 2 gemeinsam für einige Tage. Nach ca. 10 Tagen hast du schließlich alle 3 Tipps in deinen Alltag integriert.

Nach 4 Wochen: schau‘ mal, was sich verändert hat, was du über dich entdeckt hast.

Tipp Nr. 1: Essen im Sitzen

Nimm‘ dir vor, beim Essen immer zu sitzen. Manche haben die Gewohnheit, im Stehen zu snacken, du auch? Triff die bewusste Entscheidung, ab sofort beim Essen immer zu sitzen, ganz egal, was du isst. Am ersten Tag, wirst du’s wahrscheinlich gar nicht oder zu spät bemerken. Aber auch zu spät ist super, es ist nämlich der erste Schritt in Richtung Achtsamkeit. Deine Achtsamkeit – das ist die Erinnerungsfähigkeit des Geistes – ist schon stärker geworden.

Tipp Nr. 2: Atmen und Bauch-Check

Bevor du mit dem Essen beginnst, nimm‘ dir einige Minuten Zeit. Betrachte deine Sitzhaltung. Sitze bequem und aufrecht, spüre deine Sitzknochen und lass dein Gewicht los. Dein Oberkörper ist aufgerichtet, dein Rücken ist gerade.

Atme ruhig, entspannt und bewusst ein und aus. Beobachte ca. 2 Minuten lang das Ein- und Ausatmen. Atme durch die Nase in den Bauch und spüre deinen Körper. Geh‘ mit deiner Aufmerksamkeit nach innen.

Nun kommt der Bauch-Check. Spüre deinen Bauch, deinen Magen. Ist da ein Hungergefühl? Ja? Wunderbar. Guten Appetit 🙂 Oder: Nein? Was brauchst du wirklich?

Tipp Nr. 3: Im Magen landet eine warme Suppe

Endlich essen 🙂 Freu‘ dich, dass du so ein schmackhaftes Essen vor dir hast. Nimm eine Portion in deinen Mund und leg‘ dann das Besteck zur Seite. Kaue, schmecke und genieße.

Denk‘ daran: WAS immer du isst, kaue solange, bis im Magen eine warme Suppe ankommt. Und wenn du kannst, dann beobachte während des Kauens und Essens deinen Atem.

Du wirst erstaunt sein, was du alles über dich erfährst, wenn du einige Wochen lang diese einfachen Übungen durchführst.

Weniger denken, mehr entdecken

Wenn du dich einlässt auf diese Praxis, dann mach‘ das am besten ohne lange nachzudenken. Öffne dich für die Erfahrung, lass‘ los und verschiebe das Interpretieren und Grübeln auf später. Höre auf deinen Körper, lass‘ deine Achtsamkeit stark werden und spiele mit dir. Du wirst staunen, was du alles entdecken wirst.

Noch ein Tipp zum Schluss: Mach‘ Tipp Nr. 3 zunächst nur mit einer Mahlzeit am Tag. Wenn du dir vornimmst, jede Mahlzeit achtsam zu essen, dann überforderst du dich wahrscheinlich und gibst schnell auf.

Nun wünsche ich dir viel Freude beim Üben und freue mich über deine Erfahrungsbericht 🙂

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