Meditieren wird immer beliebter. Viele Menschen beginnen voller Enthusiasmus und meditieren einige Wochen lang jeden Tag. Doch dann werden die Meditationssitzungen weniger und weniger, bis sie schließlich ganz aufhören. Einige sagen dann: Meditieren ist langweilig. Hmm. Ja, da ist was dran. Das kann ich nicht ganz verneinen 🙂 

Was bedeutet Langeweile?

Langeweile ist ein emotionaler Zustand, der eintritt, wenn eine Person nichts Bestimmtes zu tun hat, wenn sie lustlos und unzufrieden ist. Mangel an Beschäftigung, Stimulation oder Aufregung sind ebenso Gründe für Langeweile.

Bei manchen entsteht Langeweile, wenn sie das Gefühl haben, dass die Aufgaben, die sie ausführen, nutzlos und nicht herausfordernd sind.

Don’t think, just do it – nicht denken, einfach tun!

Kürzlich habe ich ein Video von Arnold Schwarzenegger gesehen, in dem er Menschen motiviert, regelmäßig zu trainieren: 

Das Wichtigste ist, wie ich schon oft erwähnt habe: Denke morgens nicht nach, bevor du mit dem Training fertig bist. (…) So viele Menschen stehen morgens auf und denken: Soll ich trainieren, soll ich nicht? Soll ich mir erst einen Kaffee machen, soll ich dieses oder jenes tun? (…) Wenn du dich also daran gewöhnen kannst, solange nicht zu denken, bis du mit dem Training fertig bist, dann wird es dir viel besser gehen.

Wann immer es darum geht, eine Fähigkeit zu entwickeln, steckt Training dahinter. Dabei ist das Wichtigste, ein klares Ziel und einen guten Plan zu haben, und dann geht es nur noch ums Dranbleiben. Jeder Meisterschaft geht regelmäßiges Training voraus. Das Training sehen wir nur indirekt, nämlich in seinen Früchten. Das ist, wenn die Meister auf dem Siegespodest stehen oder auf den Bühnen bejubelt werden. Trainieren und Üben ist meistens langweilig und erfordert viel Disziplin, Überwindung und Ausdauer.

Meditieren verleiht keine Höhenflüge

Anmerkung: Wenn ich hier in diesem Blogartikel von meditieren spreche bzw. schreibe, dann meine ich Shamata oder Vipassana, also Formen der sog. Stillen Meditation. Bei all diesen Meditationsarten lernst du zunächst, wie’s geht. Und dann geht es darum, regelmäßig zu üben. Dranzubleiben. Die Meditationssitzung selbst verläuft meist unspektakulär. Der Aufbau ist immer gleich: Vorbereitung, Körperhaltung, Fokus auf das Meditationsobjekt, möglichst ohne Ablenkungen dranbleiben, Abschluss. Manchmal gelingt dies besser, manchmal weniger gut. 

Erwarte keine spirituelle Erleuchtung und keinen Weisheitsnektar von oben. Während der Meditation können grobe Geisteszustände, wie Gedanken und starke Gefühle, still werden. Manchmal öffnen sich auch tiefere und subtile Bewusstseinsschichten. Dabei können  Erinnerungen an Ereignisse aus der Vergangenheit hochkommen oder spezielle Körperwahrnehmungen entstehen. Dies kann Traurigkeit oder Glücksgefühle hervorrufen. Immer wieder poppen Einsichten oder Ideen für neue Projekte auf.

Die Empfehlung der Meister lautet dann: Gefühle, Gedanken und Wahrnehmungen kommen und gehen, lass sie vorbeiziehen und lenke deine Aufmerksamkeit während der Meditationssitzung immer wieder auf dein Meditationsobjekt. 

Meditieren verändert den Alltag

Die Meditationssitzungen selbst verlaufen fast wie Trainingssitzungen. Meditieren ist ja auch Training, nämlich Geistestraining. Das tibetische Wort für Meditation lautet sgoms und das bedeutet: sich mit etwas vertraut machen, sich an etwas gewöhnen. In diesem Begriff steckt Wiederholung, etwas immer wieder tun. Nur durch regelmäßige Übung machst du dich mit etwas vertraut. Im Fall der Meditation übst du am besten täglich. Immer nach dem gleichen Schema. Das kann auch ganz schön langweilig sein, vor allem dann, wenn der Geist noch wenig Achtsamkeit und Konzentrationskraft entwickelt hat. 

Wenn du regelmäßig meditierst, zeigt sich dies vor allem in deinem Alltag. Du bist aufmerksamer, weniger zerstreut und oft auch freudvoller bei allem, was du tust. Du nimmst dich selbst, deinen Körper, deine Gefühle und deine Gedanken viel klarer wahr. Du bist zentrierter, ohne dich zu stark mit deinem ICH zu identifizieren. Das wiederum erleichtert die Begegnung mit anderen. Du kannst anderen Menschen deine Aufmerksamkeit schenken, DA sein für dich und die anderen. Dies sind nur einige der Vorteile der Meditation.

Wie beim Laufen..

Wenn du 10km oder einen Halbmarathon laufen willst, musst du regelmäßig üben. Du hast ein Ziel und einen Trainingsplan. Im besten Fall einen erprobten Plan. Das bedeutet, wer nach diesem Plan trainiert, erreicht mit großer Wahrscheinlichkeit das Ziel. Das Training selbst ist meist nicht aufregend, vielleicht sogar langweilig, weil es immer gleich abläuft. Es kostet wahrscheinlich auch Überwindung, regelmäßig und bei jedem Wetter rauszugehen und zu laufen. 

Doch wer regelmäßig läuft, weiß auch, dass regelmäßiges Laufen den Alltag verändert. Du hast mehr Energie, fühlst dich wohler im Körper, bist wacher im Geist und auch besser gelaunt. 

Alles beginnt mit dem WARUM

Du fragst nun vielleicht: Was hilft mir dabei, leichter in die Meditationsroutine zu kommen? Ein wichtiger Tipp wurde ja schon von Arnold Schwarzenegger gegeben, siehe oben: don’t think, beginne mit dem Denken erst, nachdem du deine morgendliche Meditation beendet hast 🙂 

Alles beginnt mit deinem Warum. Als erstes musst du dir über dein WARUM im Klaren sein. Was sind die Qualitäten der Meditation? Was kann Meditieren überhaupt bringen? Was ist dein Ziel? Ist Meditation überhaupt die richtige Methode, um dieses Ziel zu erreichen? Warum willst du meditieren? Was willst du langfristig erreichen? Am besten visualisierst du dich selbst als Person, die dieses Ziel bereits erreicht hat. Wie fühlst du dich in Körper und Geist? Wie siehst du aus, wenn du dieses Ziel erreicht hast? Je klarer und detailreicher deine Vorstellung, desto besser. 

Wenn du dein Ziel klar vor Augen hast, wird es viel leichter sein, die Disziplin aufzubringen und regelmäßig zu meditieren. Wenn du z.B. krank bist, dann wünschst du dir nichts sehnlicher, als wieder gesund zu werden. Du tust wahrscheinlich alles dafür. Und mit diesem Ziel vor Augen gehst du regelmäßig zur Therapie, veränderst deine Lebensweise usw. Genauso ist es beim Meditieren. Hast du ein klares Ziel, dann fällt alles leichter. 

Immer wieder ans Ziel denken

Meditieren kann dich beispielsweise bei folgenden Vorhaben unterstützen: mehr Fokus bei der Umsetzung von Projekten und weniger Ablenkung, gesunder Schlaf und weniger Stress, mehr Freude und Ausgeglichenheit, mehr Achtsamkeit und Körperpräsenz, usw. Natürlich unterstützt die Meditation auch das Erreichen deiner spirituellen Ziele. Je konkreter dein Wunsch, dein Ziel formuliert ist, desto besser. 

Hast du erst einmal ein klares Ziel, dann erinnere dich vor jeder Meditationssitzung daran. Visualisiere dein Ziel immer wieder. Das stärkt deine Motivation und vor allem die Freude an der Meditationspraxis 🙂

Mehr Tipps, wie du deine Motivation fürs Meditieren stärken kannst, findest du in meinem Blogartikel: 5 Tipps, wie du deine Motivations für die Meditation stärkst

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