Atmen funktioniert ja ganz natürlich und ist doch die einfachste Sache der Welt!” und “Atmen kann doch jeder, das muss man ja nicht lernen!” Das ist die gängige Meinung, doch stimmt das wirklich?

Solange wir leben, atmen wir und wenn das Atmen aufhört, dann sterben wir.

Der Atem ist die Verbindung, er fungiert als “Brücke” zwischen uns und der äußeren Welt. Ralph Skuban sagt: Wie eine Brücke verbindet der Atem alles Lebendige auf der Welt.

Atmen kann trainiert werden

Genauso wie viele Prozesse in unserem Körper, passiert auch das Atmen tatsächlich unwillkürlich, quasi “automatisch”. Meistens bemerken wir gar nicht, dass wir atmen und schon gar nicht, WIE wir atmen. Atmen geschieht fast immer unbewusst.

Und dennoch ist die Atmung eine Aktivität unseres Körpers, die wir im Gegensatz zu anderen Körperfunktionen auch willentlich beeinflussen können.

Der Atem lässt sich bewusst steuern.

Wir können z.B. den Atem anhalten oder weniger atmen, wir können schneller oder langsamer, tiefer und sanfter atmen. 

Richtig atmen kann trainiert werden. Und das ist eine gute Nachricht, denn die Art und Weise, wie wir atmen, hat eine enorme Auswirkung auf unsere Gesundheit und damit auf unser Wohlsein. 

Richtig Atmen ist zentral für Gesundheit und Wohlsein

Atmen ist zuständig für den Gasaustausch in der Lunge, für die Sauerstoffversorgung unserer Organe, insbesondere unseres Gehirns. Atmen beeinflusst wesentlich den pH-Wert im Blut. 

Sind wir gestresst, voller Sorgen und vielleicht sogar in Panik, dann atmen wir schnell und vor allem zu viel. Das verengt die Gefäße. Und anstatt ruhiger und gelassener zu werden und die gegenwärtige Situation klarer zu sehen, werden wir durch Panik-Atmung noch verwirrter, noch ängstlicher, noch gestresster. 

Im Atem zeigt sich auch unser allgemeiner körperlicher und mentaler Zustand. Ändern sich unsere Gefühle, so ändert sich auch unsere Atmung. Schlaflosigkeit, Angst, Panik usw. sind immer mit dysfunktionaler Atmung verbunden.

Durch regelmäßige Atemübungen gewöhnen wir uns mit der Zeit an neue, gesunde Atemmuster. 

Die 3 Aspekte der Atmung

Obwohl Atmen die natürlichste Sache der Welt ist, ist es doch von größter Bedeutung, 

  • WIE wir atmen (Atem-Mechanik),
  • WIE VIEL wir atmen (Atem-Volumen) und 
  • WIE SCHNELL oder WIE LANGSAM wir atmen (Atem-Rhythmik). 

Diese 3 Aspekte der Atmung – Mechanik, Volumen, Rhythmik – bestimmen das Atemgeschehen.

Die meisten Menschen interessieren sich für spektakuläre Atemtechniken, die vor allem aus der Atem-Rhythmik kommen.

Viele Breathwork-Techniken starten auch genau hier, nämlich bei der Atem-Rhythmik und beim Atem-Volumen und vernachlässigen völlig den wichtigsten Aspekt: die Atem-Mechanik.

Doch bevor man fortgeschrittene Breathwork-Techniken erlernt, die oft gar nicht ungefährlich sind, sollte man richtig atmen lernen. Und richtig atmen heißt, von einer dysfunktionalen in eine funktionale Atmung zu kommen. Hierbei geht es um die Atem-Mechanik (WIE?) und auch um das Atem-Volumen (WIE VIEL?).

Atme sanft! (K. Buteyko)

Der ukrainisch-russische Arzt und Physiologe Konstantin Buteyko erkannte in den 50er/60er Jahren, dass chronischer Stress immer auch mit chronischer Überatmung einhergeht.

Seiner Ansicht nach ist auch Asthma eine Folge von chronischer Hyperventilation (Überatmung). 

Daher geht es zuallererst darum, natürlich und sanft atmen zu lernen.

Die 5 Säulen des natürlichen Atmens sind: 

  1. Nase – Nasenatmung statt Mundatmung
  2. nach unten – Zwerchfellatmung statt Brustatmung
  3. langsam – der Atem geht langsam und fließend
  4. loslassen – die Ausatmung geschieht passiv: Loslassen in die Ausatmung hinein, Sich-Öffnen für die Einatmung
  5. leise – die Atmung geschieht geräuschlos oder geräuscharm

Bezogen auf die Ruheatmung bedeutet “natürlich atmen“, dass wir…

ca. 500ml pro Atemzug (4-6 Liter pro Minute) einatmen und…

8-12 Atemzüge pro Minute machen.

Der Großteil der Menschen hat sich im Laufe der Jahre an eine dysfunktionale Atmung gewöhnt.

Die Folgen von dysfunktionaler Atmung sind Stress, Panikattacken, Herzrasen, Brain-Fog, chronischer Schnupfen, Stoffwechselstörungen, Schlaflosigkeit, Asthma uvm.

Wie atmest DU?

In meinem Blogartikel Kopf hoch und atmen gebe ich dir einige Tipps, wie du mehr über deine Atmung herausfinden kannst.

Nasenatmung

Das Allerwichtigste für eine gesunde Atmung ist die Nasenatmung. Lerne konsequent bei jeder Aktivität durch die Nase zu atmen!

Egal, was du tust: spazieren gehen, essen, sporteln, sprechen, putzen, schlafen usw. – Für jede Aktivität gilt: atme durch die Nase!

Was tut die Nasenatmung? Die Nase schützt vor allem die Lunge vor kalter, trockener und verschmutzter Luft:

  • Die Nase erwärmt, befeuchtet und filtert die eingeatmete Luft. 
  • Das in der Nase vorhandene NO (Stickstoffmonoxid) reinigt die Luft von Bakterien, Pilzen, Viren usw. 
  • Durch Nasenatmung werden die Nebenhöhlen belüftet und dadurch wird die Ansiedlung von Keimen und Bakterien gehemmt. 
  • Riechen und Schmecken bleiben aktiv, wenn durch die Nase geatmet wird. Bei regelmäßiger Mundatmung verkümmern diese Fähigkeiten mit der Zeit – use it or lose it!
  • Und die Nasenatmung fördert die Zwerchfellatmung sowie eine gesunde Kieferentwicklung

Buteyko sagte: Atme genauso viel mit dem Mund, wie du mit der Nase isst!

Zwerchfellatmung

Nase und Zwerchfell gehören zusammen. Wenn du dich an die Nasenatmung gewöhnt hast, wird auch die Zwerchfellatmung, oft auch Bauchatmung genannt, ganz leicht gelingen. Das Zwerchfell ist unser wichtigster Atemmuskel. Es umspannt den oberen Bauchraum und verbindet die Lunge mit den Bauchorganen.

Wird das Zwerchfell angespannt (Einatmen), bewegt es sich nach unten, vergrößert dadurch das Lungenvolumen und die obere Bauchdecke hebt sich.

Danach entspannt sich das Zwerchfell wieder – loslassen – dehnt sich aus und drückt die Luft hinaus (Ausatmen).

Einatmen geschieht aktiv, das Ausatmen passiv – loslassen.

Durch die Zwerchfellatmung findet der Gasaustausch vornehmlich im unteren Lungenbereich statt. Dort ist die Sauerstoffaufnahme am effektivsten. Ein aktives Zwerchfell massiert deine inneren Organe und verbessert die Durchblutung im Bauchraum.

Hier in diesem Video siehst du, wie die Bauchorgane und das Herz vom Zwerchfell massiert werden.

Das Zwerchfell ist zwar nicht sichtbar, dennoch siehst du, wie durch das Zwerchfell alle inneren Organe massiert und stärkt. Ist das nicht wunderbar?

Und nun lade ich dich ein, mit mir gemeinsam eine Atemübung durchzuführen.

Video

Die Atemübung beginnt bei Minute 9.

Audio

Die Atemübung beginnt bei Minute 9.

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