Der Reiseblog geht weiter. Und zwar Richtung Norden.

Nach El Calafate. Etwa 1.000 Kilometer nördlich von Ushuaia. Klingt nicht viel und ist auf der Landkarte nur ein kleiner Sprung. Fühlt sich aber an wie eine neue Welt.

El Calafate ist eine kleine Stadt in der Provinz Santa Cruz mit rund 25.000 Einwohnern. Man nennt die Stadt auch „das Tor zur patagonischen Wildnis“

Das passt. Schon bei der Ankunft liegt dieses Gefühl in der Luft. 

Lago Argentino – der riesige Gletschersee

El Calafate liegt direkt am Südufer des Lago Argentino, dem größten See Argentiniens. Dreimal so groß wie der Bodensee. Wenn du dort stehst und die unendliche Weite siehst, fühlst du dich wie am Ufer eines riesigen Ozeans.

Der Name El Calafate stammt von einem Strauch. Die Früchte dieses Strauches – die Calafate Beeren – sind kleine violette Beeren. Sie schmecken säuerlich und tragen eine Legende mit sich: Wer eine Calafate Beere isst, kehrt nach Patagonien zurück.

Also naschen alle. Auch wenn sie dabei die Gesichter verziehen 😉

Vom Schaf zur Eiswelt?

Früher war El Calafate ein Zentrum der Schafzucht. Schafwolle ging von hier aus in die ganze Welt.

Heute dreht sich alles um Eis.

Genauer gesagt: um Gletscher.

El Calafate ist der Ausgangspunkt für ausgedehnte Touren zum berühmten Perito Moreno Gletscher. 

Er ist länderübergreifend und Teil des südpatagonischen Gletscherfeldes: 2 Drittel liegen in Chile, 1 Drittel in Argentinien.

Es ist das größte zusammenhängende Gletscherfeld außerhalb der Pole.

Es ist soooo beeindruckend, diese Gletschermassen in Natura zu sehen. Du stehst da. Vor dieser uralten, massiven Wand aus Eis. 

Es knackt. Und wieder donnern die Abspaltungen („Kalbungen“) in den Lago Argentino und schwimmen dort, bis sie wieder zu Wasser werden.

Ein unglaubliches Schauspiel.

Der Parque Nacional Los Glaciares ist UNESCO-Weltnaturerbe und umfasst die Gletscher, die Seen, sowie Teile der Anden.

Eine Stadt im Wachstum – und im Wind

El Calafate ist ein freundliches, sehr touristisches Städtchen. Alles konzentriert sich rund um die Av. de Libertador: Cafès, Restaurants, Souvenirläden, Outdoor-Geschäfte, Supermärkte.

Viele Argentinier ziehen hierher, weil der Tourismus Arbeit bringt. Überall wird gebaut. Die Stadt wächst schnell. In ein paar Jahren wird sie wohl kaum wiederzuerkennen sein.

Was sicherlich bleiben wird, ist der Wind. Er weht ständig.

Stark. Trocken. Unermüdlich.

Selbst im Hochsommer brauchst du meistens eine warme Windjacke. Der Wind bläst hier vor allem im Sommer, sagt man. In den anderen Jahreszeiten soll er gnädiger sein. Ich kann‘s mir kaum vorstellen.

Die Argentinier, die wir bisher kennengelernt haben, egal ob in Buenos Aires oder hier im Süden, waren durchwegs freundlich und hilfsbereit. 

Obwohl außerhalb der Tourismusbranche fast niemand Englisch spricht, konnten wir uns bisher mit allen gut verständigen.

Und ich lerne ja seit einigen Tagen Spanisch – mal sehen, wie lange es dauert, bis ich mich ein wenig unterhalten kann 😉

Streunerhunde – ganz entspannt

Im Süden Argentiniens – in Ushuaia und in El Calafate – begegnete mir etwas, was mich zuerst irritierte. 

Ich mag Tiere. Doch bin ich bei Begegnungen mit ihnen sehr vorsichtig. Egal ob Hund, Katze, Kuh oder sonstiges Getier – ich bin reserviert. Besonders dann, wenn ich sie nicht kenne.

Umso größer war mein Schreck, als ich in Ushuaia plötzlich überall Streunerhunde sah. Auf den Straßen, vor den Geschäften. In El Calafate genauso. Die Hunde bildeten eine eigene Community.

Mein erster Impuls: Anspannung

Doch sie hielt nicht lange.

Denn schon nach kurzer Zeit merkte ich: Diese Hunde sind anders. Sie sind entspannt und locker.

Keiner war aggressiv oder bettelte. Sie waren auch nicht aufdringlich, sondern einfach da – ruhig, wach, gelassen. 

Und eines merkte ich ganz klar: Die Hunde wissen genau, dass die Menschen hier die Chefs sind.

Ich beobachtete Kinder, die sich voller Freude auf die fremden Hunde stürzten, sie umarmten, fütterten, mit ihnen spielten. Die Hunde ließen alles mit sich machen. Geduldig. Freundlich.

Für mich war das faszinierend.

Mensch und Tier in Gemeinschaft

Vor manchen Geschäften standen Wassernäpfe. Einmal entdeckte ich sogar ein großes, gebogenes Abflussrohr, an eine Straßenlaterne gebunden und bis zum Rand mit Trockenfutter gefüllt.

Mensch und Tier in trauter Gemeinschaft.

Ohne Stress und ohne Angst. Scheinbar auch ohne Revierkämpfe.

Da, wo ich jetzt bin, im mittleren Westen von Argentinien, gibt es auch viele Hunde – aber keine Streuner. Man sieht sie fast ausschließlich mit ihren Besitzern.

Ich weiß nicht, ob es in Argentinien eine Leinenpflicht gibt. In den Parks laufen viele Hunde frei und spielen mit anderen. Keiner ist gefährlich oder wirkt bedrohlich. Alle scheinen die Freiheit zu genießen – Menschen wie Hunde. 

Auch ich habe mich noch kein einziges Mal gefürchtet.

In Österreich erlebe ich das ganz anders. Häufig beobachte ich: Wenn sich zwei angeleinte Hunde begegnen, ist die Stimmung oft angespannt. Nicht immer freundlich. Nicht immer leicht. Gespannte Leinen – gespannte Menschen.

Meine Erkenntnis: Mehr Freiheit. Weniger Stress. 


Meine Tipps für El Calafate

Falls du mal nach El Calafate reisen solltest, hier meine Tipps:

Wanderung zum Ufer des Lago ArgentinoFlamingos und andere Wasservögel sind ganz nah.

Ausflug zum Perito Moreno Gletscher inklusive Bootstour und Wanderung im Nationalpark

Unterkunft: Condor Aparts mit voll ausgestatteter Küche für Selbstversorger

Cafès:

  • Bäckerei-Cafè Pantagonia, “German Bakery” mit bestem Brot und gemütlichem Cafè
  • Cafè Don Luis, zum Kaffeetrinken, Frühstücken und gemütlichem Sitzen
  • Pietro’s Café – täglich geöffnet, alle Speisen – von Frühstück bis Abendessen

Restaurants:

  • Restaurante La Posta – hervorragende Küche, nur abends geöffnet, ab 19 Uhr
  • Asador Parilla Resto – ausgezeichnete Grillspeisen


Achtsamkeits-Guide: 9 kostbare Minuten

3 wunderbare Körperübungen, die helfen, Stress abzubauen, Gedanken loszulassen und präsent zu werden.

Monika Eisenbeutel Achtsamkeits-Guide 9 Minuten

AUFWACHEN 👉 Energie und Kraft für den Tag.

LOSLASSEN 👉 frei von gedanklichen Verstrickungen und körperlichen Anspannungen.

ENTSPANNEN 👉 den Tag ruhig ausklingen lassen

Jede Übung dauert 3 Minuten.

Du kannst die Anleitungen lesen (als PDF) oder hören (als MP3-Datei).


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